Baustelle einrichten: Absteckung, Zufahrt, Strom
Stand: 10.2026
Die erste Woche auf dem Grundstück entscheidet weniger über das Haus als über den Ärger danach. Hier werden Ecken abgesteckt, eine Zufahrt geschottert und Anschlüsse gelegt. Und hier entstehen die einzigen Fotos, die später belegen können, wie Nachbarhaus, Gehweg und Grundstück vor dem Bau aussahen.
Was in dieser Phase passiert
- Der Vermesser steckt die Hausecken ab, grob vor dem Aushub und genau vor der Gründung.
- Eine befestigte Zufahrt und eine Stellfläche für Kran und Lieferungen entstehen.
- Baustrom und Bauwasser werden beantragt und gesetzt.
- Das Grundstück wird gegen fremden Zutritt gesichert, das Bauschild aufgestellt.
- Die Versicherungen laufen an, die Helfer werden angemeldet.
Was du prüfst
- Liegt die Baufreigabe vor? Je nach Verfahren braucht es die Genehmigung oder die Anzeige des Baubeginns. Frag beim Bauamt nach, was für dein Vorhaben gilt, bevor der Bagger anrückt.
- Stimmt die Absteckung mit dem Lageplan? Grenzabstände und die Höhenlage des Erdgeschosses lassen sich später nur mit großem Aufwand ändern.
- Sind Bauherrenhaftpflicht und Bauleistungsversicherung aktiv? Beides gehört zum Baustart, nicht zum Rohbau. Welche Policen zählen, steht unter Bauversicherungen.
- Wer räumt die Straße? Schmutz von der Baustelle muss beseitigt werden. Regle im Vertrag mit dem Erdbauer, wer das übernimmt.
- Wohin mit dem Oberboden? Er ist später Gartenerde. Plane eine Lagerfläche ein, statt ihn abfahren zu lassen.
- Sind die Helfer gemeldet? Wer unentgeltlich mithilft, ist über die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft versichert. Dafür muss das Vorhaben dort angemeldet sein.
Was du fotografierst, bevor es verschwindet
- Die Fassaden der Nachbarhäuser zur Baustelle hin, vorhandene Risse mit Zollstock im Bild
- Gehweg, Bordstein und Straße vor der Zufahrt
- Zäune, Mauern und Einfahrten an der Grenze
- Das Grundstück im Ausgangszustand, aus allen vier Richtungen
Diese Aufnahmen kosten eine halbe Stunde. Ohne sie steht später deine Aussage gegen die des Nachbarn, wenn nach Bagger und Rüttelplatte ein Riss auftaucht.
Worauf die nächste Phase wartet
Der Aushub braucht die Absteckung, eine tragfähige Zufahrt und das Bodengutachten, aus dem Gründung und Böschung folgen. Erst danach beginnen die Erdarbeiten und die Bodenplatte. Parallel läuft die Finanzierung an: Die Bank zahlt nach Baufortschritt aus, und der erste Abruf hängt am Nachweis des Baubeginns.
Typische Fehler
- Ohne Beweissicherung anfangen. Nach dem ersten Baggerzahn lässt sich der alte Zustand nicht mehr belegen.
- Zufahrt zu schmal oder zu weich. Bleibt der Betonmischer stecken, zahlst du Wartezeit und Bergung.
- Baustrom zu spät beantragt. Der Netzbetreiber braucht Vorlauf, und ohne Strom steht der Kran.
- Nachbarn nicht informiert. Ein kurzes Gespräch vor dem Baustart verhindert die meisten Beschwerden.
In der App
Im Bauablauf von BauZeuge legst du die Phase mit Dauer und Vorgänger an, die Checkliste „Nachbarhäuser vor Baubeginn dokumentieren“ steht als Vorlage bereit, und die Fotos landen mit Datum in der Baudokumentation. Die App läuft im Browser, ohne Anmeldung.
Häufige Fragen
Wer steckt das Haus ab? Ein öffentlich bestellter Vermesser. Die Feinabsteckung erfolgt so kurz vor der Gründung wie möglich, damit die Pflöcke nicht vom Baubetrieb verschoben werden.
Kann ich die Baustraße selbst bauen? Schotter ausbringen und verdichten ist eine typische Eigenleistung. Sprich vorher mit dem Erdbauer ab, welche Tragfähigkeit die Zufahrt braucht.
Was passiert, wenn der Nachbar Schäden behauptet? Dann zählt, was du vorher dokumentiert hast. Mit datierten Fotos und einer Liste vorhandener Risse lässt sich klären, was neu ist und was nicht.
Teil 1 von 10 der Serie Bauphase für Bauphase. Weiter: Erdarbeiten und Bodenplatte
BauZeuge-Redaktion. Sorgfältig recherchiert, alle Angaben ohne Gewähr.