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Elektroplanung im Neubau: Raum für Raum

Stand: 10.2026

Es gibt eine Stunde im Hausbau, die über die nächsten dreißig Jahre Alltag entscheidet: der Rundgang mit dem Elektriker, bei dem jede Dose an die Wand gezeichnet wird. Danach wird geschlitzt, dann kommt der Putz, und jede Änderung heißt Staub, Dreck und eine zweite Rechnung.

Vorbereiten, bevor jemand kommt

Geh jeden Raum mit einem Möbelplan durch, nicht mit dem Grundriss allein. Ein Grundriss zeigt Wände, ein Möbelplan zeigt, wo du wirklich stehst, sitzt und arbeitest. Für jeden Raum notierst du:

Die Stellen, an denen später geflucht wird

Leerrohre: die billigste Versicherung am Bau

Ein leeres Rohr kostet einen Bruchteil dessen, was ein späterer Kabelgraben oder ein Kabelkanal kostet. Sinnvoll sind Leerrohre:

Der Verteiler

Der Zählerschrank ist der Ort, an dem sich alles sammelt: Sicherungen, Netzwerk, Kommunikation, später vielleicht Speicher, Wallbox-Steuerung und die Technik der Wärmepumpe. Plane ihn großzügig und an einer Stelle, an der man herankommt. Ein zu kleiner Schrank ist der Grund, warum spätere Nachrüstungen an einer Wand enden, an der kein Platz mehr ist.

Beim Termin selbst

Nimm dir Zeit, geh mit und lass dir jede Position zeigen. Was angezeichnet ist, ist noch verhandelbar; was geschlitzt ist, nur noch mit Aufwand. Halte fest, was ihr vereinbart: Foto der angezeichneten Wand, dazu eine kurze Notiz. Zusätzliche Auslässe kosten Geld, deshalb gehört jeder Aufpreis schriftlich bestätigt, bevor gearbeitet wird. Wer Kabel selbst zieht oder Schlitze stemmt, spart Lohn, muss aber Zeit und Anleitung realistisch einplanen; was das für die Finanzierung heißt, steht unter Muskelhypothek.

Nach dem Schlitzen, vor dem Putz

Jetzt entsteht die Dokumentation, von der du Jahre später lebst: jede Wand einmal frontal, mit Maßband im Bild. Wie das geht und was sonst noch verschwindet, steht unter Fotos, bevor es verschwindet und in der Phase Rohinstallation.

In der App

Im Anschlussplan von BauZeuge markierst du Steckdosen, Schalter und Leitungen direkt auf dem Grundriss und nimmst den Plan mit auf die Baustelle. Der Bauablauf erinnert eine Woche vor dem Innenputz daran, jede Wand zu fotografieren, und legt die Bilder nach Raum ab. So findest du die Leitung auch in zehn Jahren wieder.

Häufige Fragen

Wie viele Steckdosen braucht ein Raum? So viele, wie Positionen da sind, an denen du Strom brauchst. Statt einer Faustzahl hilft der Möbelplan: Für jede Sitz-, Arbeits- und Geräteposition mindestens einen Auslass, im Zweifel eine Dose mehr.

Lohnt sich ein Smart-Home-System? Das ist eine Entscheidung über Komfort und Budget. Was sich immer lohnt, ist die Vorbereitung: Leerrohre, Platz im Verteiler und Leitungen zu den Schaltstellen. Damit bleibt jede Nachrüstung möglich.

Wer haftet, wenn eine Dose fehlt? Geschuldet ist, was vereinbart wurde. Deshalb zählt, was in der Baubeschreibung steht und was beim Rundgang schriftlich ergänzt wurde. Eine mündliche Zusage lässt sich später schwer beweisen.

BauZeuge-Redaktion. Sorgfältig recherchiert, alle Angaben ohne Gewähr.